„Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen.“ (Mark Twain)
Die Bedeutung solcher oder ähnlicher Sätze spielen auch in der Arbeitswelt eine immer größere Rolle. So sind Angebote wie Firmen Yoga, Entspannungskurse oder Workshops zur Stressbewältigung keine Seltenheit mehr. Sowohl für die Arbeitgeberseite als auch für Arbeitnehmer*innen ergeben sich beachtliche Vorteile.
Um das Wohlbefinden und die Gesundheit von Mitarbeiter*innen zu fördern und zu verbessern, ist die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ein wesentlicher Baustein. Sie ist ein Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).
Erfahre in diesem Artikel mehr über die Wichtigkeit solcher Maßnahmen im sozialen Bereich und Gesundheitswesen und wie Yoga dabei helfen kann.
Warum ist BGF im sozialen Bereich/Gesundheitswesen so wichtig?
Im sozialen Bereich bzw. im Gesundheitswesen arbeiten die Mitarbeiter*innen direkt im Kontakt mit anderen Menschen. Die Unterstützung und Betreuung in den unterschiedlichsten Lebenslagen stehen an der Tagesordnung. Damit wird ein wichtiger Dienst für unsere Gesellschaft geleistet.
Das verlangt oft einiges ab und wird häufig so aber gar nicht gesehen, da man sich ja gerne und freiwillig einen helfenden Beruf ausgesucht hat. Ich beobachte seit Jahren, dass diese Berufe im Prinzip mit Freude ausgeführt werden, aber das Stresslevel doch sehr hoch ist. Ist dies dauerhaft der Fall, können stressbedingte Erkrankungen entstehen.
Um hier entgegen zu wirken, finde ich es enorm wichtig, dass über den Arbeitgeber Angebote gerade zum Thema Yoga und Entspannung etabliert werden.
Besondere Herausforderungen und Stressfaktoren in diesen Berufsfeldern
- Personalmangel und hohe Krankheitsrate: Okay, dieses Thema gilt natürlich auch für andere Branchen, aber hier bleibt dann der Mensch auf der Strecke. Die Gefahr sich über die eigenen Grenzen hinaus zu verausgaben ist hier für das vorhandene Personal größer.
- Zeitdruck: Die Rahmenbedingungen verlangen häufig, dass in kurzer Zeit möglichst viele Menschen versorgt oder betreut werden. Dies alleine ist schon ein Stressfaktor, verstärkt sich aber noch durch den oben genannten Punkt.
- Schichtdienst: Dies trifft vor allem im Gesundheitswesen wie zum Beispiel dem Pflegebereich zu. Durch die wechselnden Arbeitszeiten ist es schwieriger an einem Kursangebot in der Freizeit regelmäßig teilzunehmen. Außerdem können durch die ständigen Umstellungen Krankheiten wie beispielsweise Schlafstörungen entstehen.
- Körperliche Herausforderungen: Wer im beschriebenen Bereich arbeitet, hat meistens nicht mit den körperlichen Beeinträchtigungen infolge eines Schreibtischjobs zu kämpfen. Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden, Verspannungen usw. kommen hier eher von Patientenlagerung, Transfers, generell ungünstiger Haltung oder falscher Belastung während der Tätigkeit. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man meistens mehr auf den Patient*in achtet, als auf seine eigene Haltung.
- Emotionale Herausforderungen: Nah an Menschen zu arbeiten bedeutet auch nah an seinem Schicksal oder seiner Krankheitsgeschichte dran zu sein. Hier ist eine besondere Abgrenzung zum Eigenschutz gefragt. Dies ist manchmal leichter gesagt als getan und kann ein Stressfaktor darstellen. Psychohygiene zu betreiben und gut für Abstand zu sorgen ist dabei ein wichtiger Punkt.
Ohne einen Ausgleich zu schaffen, kann die eigene Gesundheit ganz schön auf der Strecke bleiben. Das Bewusstsein für eine gesunde Selbstfürsorge muss geschaffen werden. Und eine entsprechende Umsetzung.
Wie es einen auslaugen kann, fällt leider oft erst nach Jahren auf. Und zwar dann, wenn der eigene Körper laut genug meckert. Manche wenden sich ab und suchen eine Alternative um ihr tägliches Brot zu verdienen. Andere bleiben in dem Berufsfeld und plagen sich weiter.
Um seine eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren, bedarf es ein Bewusstsein für sich und seinen eigenen Körper.
Wie kann Yoga im BMG dabei helfen?
Mit Yoga und Entspannungsübungen haben die Mitarbeiter*innen die Möglichkeit etwas für sich selbst zu tun. Sich für eine gewisse Zeit nur um sich und seinen eigenen Körper zu kümmern steht im Vordergrund. Es ist zunächst eine Möglichkeit tief durchzuatmen und mal abzuschalten. Natürlich bietet es weitere positive Wirkungen:
- Die Beweglichkeit, Kraft, Haltung wird verbessert
- Der Rücken wird gestärkt, Verspannungen werden abgebaut
- Stress wird reduziert und die innere Ruhe gefördert
- Die Atmung wird vertieft und Körperwahrnehmung wird verbessert
- Gelassenheit und Widerstandsfähigkeit gegen Stress kann entwickelt werden
- Yoga stärkt unter anderem das Immunsystem
- Achtsamkeit, Klarheit und Konzentration werden geschult
Persönliche Erfahrungen
In meiner Arbeit mit Mitarbeiter*innen in einem Krankenhaus würde ich oftmals gerne ein Vorher-Nachher-Foto erstellen. Das spricht nämlich für sich. Zu Beginn schaue ich nicht selten in ein müdes oder gestresstes Gesicht. Nach 20 Minuten individueller Betreuung hingegen ist ein entspanntes Gesicht mit nach oben gezogenen Mundwinkeln mein Gegenüber. Viele, die auch zu Beginn nicht ganz so aufgeschlossen waren, sind dann sehr positiv überrascht. Das heißt eine Aufklärung, um beispielsweise Ängste oder Vorbehalte abzubauen ist im Vorfeld durchaus wichtig.
Fazit
Yoga macht Spaß, bietet viele Vorteile und kann ohne Vorkenntnisse geübt werden. Daher ist es eine wunderbare Möglichkeit die Gesundheit der Mitarbeiter*innen in kleinen und großen Unternehmen zu schützen, zu fördern und zu unterstützen. Damit die Arbeitskraft auf Dauer erhalten bleibt und zwar so, dass sie in Freude mit Energie und Tatkraft ihren Beruf ausüben kann.


